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Termin

Karl Marx: Das Kapital, Der Zirkulationsprozeß des Kapitals, Bd. II

Lektürekurs, samstags, monatlich, 13-18 Uhr

Ort: GI

Stand: 13. Kapitel. Neueinstieg möglich. Vorausgesetzt: Gründliche Kenntnis des I. Bandes.

Das industrielle Kapital ist der prozessierende Wert, der sich selbst verwertet, Reichtum in der Form geldwerten Eigentums, der vorgeschossen wird im Ankauf von Produktionsmitteln und Arbeitskraft; der dem Kapitalisten vermittels des rechtlichen Kommandos über die Arbeitskraft gestattet, diese auszubeuten, indem er sie im Produktionsprozess Ware herstellen lässt, die einen Wert hat, größer als der zu ihrer Produktion angekauften gegenständlichen und lebendigen Mittel, also Mehrwert enthält; und der seine Selbstverwertung in gesellschaftlich universell gültiger Gestalt, im Geld, objektiviert, indem er durch den Verkauf der Ware auf dem Markt zu ihrem Wert nicht nur den Kostpreis der Ware, die ursprünglich vorgeschossene Wertsumme, sondern über diesen hinaus Mehrwertrealisiert.

Indem der so zustande gebrachte verwertete Wert erneut vorgeschossen und das produktive Kapital in natura ersetzt, also reproduziert wird, akkumuliert das Kapital. Mit dem Begriff der Akkumulation endete der systematische Teil des ersten Bandes, der den unmittelbaren Produktionsprozeß des Kapitals zum Gegenstand hatte. Von den näheren Bedingungen des Zirkulationsprozesses des Kapitals, seines Aufenthalts in der Zirkulationssphäre des Marktes,wurde dort abgesehen; sein Gelingen wurde schlicht vorausgesetzt. Er ist nun im zweiten Band Gegenstand der Untersuchung.

Der Reproduktionsprozess des Kapitals ist sein periodisch erneuerter und quantitativ wie qualitativ erweiterter Akkumulationsprozess. Er ist als solcher Einheit aus Produktions- und Zirkulationsprozess, in fortgesetzter Bewegung sich erneuernder Kreislauf aus Vorschussvon Geldkapital zum Ankauf des produktiven Kapitals; Produktion von Mehrwert vermittels Ausbeutung von Mehrarbeit im Produktionsprozess; Verkauf des verwerteten Warenkapitals und damit Realisation des Mehrwerts in Gestalt von Profit in Geldgestalt: G –“ W (Ak, Pm) –¦ P –¦ W' –“ G'. (K2, Abschnitt I: Kreislauf des industriellen Kapitals)

Die vollständige Bewegung des Kapitals vom ursprünglichen Vorschuss an bis zu dem Zeitpunkt, an dem all die in gegenständlichen Produktionsmitteln ausgelegten Teile des Kapitalwertsvollständig auf fertiges Warenprodukt übertragenund durch dessen Verkauf versilbert worden und alle seine produktiven Elemente wieder in natura ersetzt, also reproduziert worden sind, heißt sein Umschlag. (K2, Abschnitt II: Umschlag des Kapitals)

Gesellschaftlich betrachtet, unterstellt die Reproduktion eines Kapitals notwendig die Reproduktion anderer Kapitale, denn die Kapitale liefern sich wechselseitig die materiellen Produktionsmittel und kaufen sich wechselseitig ihre Produkte ab. Indem die Kapitale sämtliche Arbeiterlebensmittel unter ihrem Kommando produzieren lassen und sie an die Arbeiter verkaufen, ist die materielle Reproduktion der Arbeiterklasse in die Reproduktion des Kapitals als deren Moment einbegriffen. Die wechselseitige Abhängigkeit der Einzelkapitale voneinander bezüglich Stoff- und Wertersatz und die Subsumtion der Reproduktion der Arbeiterklasse unter die Reproduktion des Kapitals führt auf den Begriff des Kreislaufs des gesellschaftlichen Gesamtkapitals als prozessierender Totalität der gesellschaftlichen Reproduktion, die von Marx schematisch dargestellt wird. (K2, Abschnitt III: Reproduktionsschemata)

Literatur: Das Kapital, Zweiter Band, MEW 24, Dietz-Verlag.